Braucht ein agiles Team mehr Führung?

Selbst organisierte Teams sind seit einigen Jahren in vielen IT-Unternehmen vertreten. Ja, auch ich arbeite an meinem Arbeitsplatz in einem agilen Team. Das bunte Treiben wird unter den Augen des großen (weisen 😉 ) SCRUM Master nach dem SCRUM Prinzip verwaltet. Falls dir das noch gar nichts sagt, gibt’s hier mehr Infos zum Thema SCRUM und wie das Ganze Einzug in die Arbeitswelt gefunden hat.

Zu Beginn meiner Karriere als Software-Entwickler war ich doch noch etwas unsicher, ob dieses selbstverantwortliche Arbeiten überhaupt funktionieren kann. Ist dies eine Arbeitsweise mit der ich klar komm und die ich auch nach einigen Jahren schätzen kann? Sich täglich selbst zu organisieren und die Verantwortung im Team und damit auch bei sich selbst zu suchen fiel mir am Anfang ehrlich gesagt schwer.

Wer soll mir sagen, was genau ich tun soll und wann eine bestimmte Aufgabe erledigt sein muss? Genau diese Frage beantwortete sich im Laufe der ersten Monate von selbst, denn mein Product Owner (PO) und meine Teamkollegen fütterten mich mit vielen, oft zu Anfang für mich komplexen Aufgaben, und hielten mich somit immer im Arbeitsfluss. Gelernt habe ich in im agilen Umfeld sehr viel und ich genieße mittlerweile auch die Freiheit, die mir diese Arbeitsweise bietet.

Jedoch gibt es immer wieder Punkte, die mir auch Sorgen bereiten und zum Teil auf die Palme bringen. Vereinzelt wünsche ich mir an manchen Stellen mehr Autorität einer einzelnen Person, die aus der Bahn laufende Aufgaben frühzeitig erkennt und einen Impuls geben kann. Das klingt irgendwie sehr streng, aber das meine ich auch so. Wenn teilweise der Druck im Team fehlt und die Aufgaben vor sich hinplätschern, dann fehlt es mir an Struktur und Geschwindigkeit im Prozess. Meiner Meinung nach lässt sich dieses Plätschern einschränken, wenn bestimmte, eventuell unnötige Zwischenaufgaben, Ablenkungen oder Hindernisse beiseite geschoben werden. Von einer außenstehenden Person würde dies eventuell gut wahrgenommen werden und von dort ins Team vermittelt werden.

Wahrscheinlich übernimmt diese Aufgabe in vielen Fällen der SCRUM Master. Bei meiner Tätigkeit kommt das global verteilte Team aber noch hinzu. Hier wird es manchmal schwierig den Fortschritt und die Aufgabeneinteilung im Auge zu behalten.

Wenn sich mein Team an einem schwierigen Entscheidungspunkt in einer Sache verrennt oder ich selbst sogar viel zu lange an einer Sache arbeite, dann wäre jemand wichtig der mich stoppt. Dieser jemand sollte die nötige Balance zwischen Strenge und Verständnis für die Situation haben.

Fazit: Eine Art Chefrolle im agilen Umfeld fehlt mir im SCRUM Ansatz. Die teilweise nötige Strenge um Aufgaben schnell und erfolgreich zu erledigen müsste meiner Meinung nach mehr integriert werden. Die Selbstorganisation des Teams stell sich für mich bis heute als großes Fragezeichen innerhalb der agilen Welt dar.

Beitragsbild -> https://flickr.com/photos/swopeparkrangers/

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